Mercer | Rettung für die zukünftigen Renten

Mercer | Rettung für die zukünftigen Renten

Our Thinking / Schweizer Pensionskassen

Rettung für die zukünftigen Renten
Rettung für die zukünftigen Renten
Calendar24 August 2017

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Die meisten Schweizer Pensionskassen richten Leistungen aufgrund der angesammelten Beiträge und Zinsen aus. Die Zinsen bestehen aus Garantien sowie aus einem Anteil der Zusatzerträge auf den Vermögen. Die zukünftigen Leistungen der heutigen Arbeitnehmenden sind also wesentlich von den Anlageerträgen abhängig.

Ganz anders sieht es bei den Rentenbezügern aus. Ihre Leistung ist lebenslänglich garantiert und kann nicht gekürzt werden. Das kann ein Problem für Pensionskassen werden, wenn sie zu einem grossen Teil oder ausschliesslich Rentner versichern.

Ist das nachhaltig? Ist es fair? – Darüber kann diskutiert werden. Klar ist, dass die Gefahr besteht, dass bei fehlenden Mitteln heutige oder zukünftige Arbeitnehmende die Kosten tragen werden und/oder Rentner für lange Zeit auf Teuerungsanpassungen auf den Renten verzichten müssen.

Variable Gestaltung der Systeme


Gibt es Lösungen, um die Leistungen besser zu verteilen? Ja, es gibt sie. Vor einigen Jahren wurden variable Renten angepriesen. Das ist ein innovativer Ansatz. Es ist jedoch klar, dass Rentner Sicherheit bevorzugen und darum von potenziell sinkenden Leistungen nicht begeistert sind. Pensionskassen gehen deshalb vermehrt zu einem System der Überschussverteilung über. In Abhängigkeit vom Deckungsgrad und den Anlageergebnissen werden Überschussrenditen zwischen Arbeitnehmenden und Rentnern nach einem im Vornherein festgelegten System verteilt. Für die Rentner gibt es so eine „13. Monatsrente“ oder einen Bonus, der natürlich nicht garantiert werden kann.

Auch die Verzinsung für die Arbeitnehmenden kann variabel gestaffelt werden. Falls ein Teil der Sparguthaben als „Bonuspool“ bezeichnet wird, können die Garantien reduziert und gleichzeitig höhere Leistungen ausgerichtet werden. Idealerweise wird auch ein Benchmark für die Zielverzinsung definiert. So kann die Höhe der Leistungen quantitativ an den Zielen gemessen und die Höhe der Leistung vergleichbar gemacht werden.

Förderung der Eigenverantwortung der Arbeitnehmer


Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer freiwillig Zusatzbeiträge und Einkäufe leisten. Werden diese monatlich vom Lohn abgezogen, wird deutlich mehr angespart und die Leistung bei Pensionierung steigt. Einige Pensionskassen bieten dies darum aktiv an, und die Rentner sind ihnen dankbar. Letztlich ist es ja für den Einzelnen entscheidend, wie hoch seine Altersrente im Vergleich zum letzten Lohn ist, denn an diesen Lebensstandard hat man sich ja gewöhnt. Nur schon die Angabe dieses Prozentsatzes hilft also bei der Pensionierungsplanung.

Alle diese Lösungen können jedoch nur erwogen werden, wenn die Leistungen der Pensionskasse deutlich über dem gesetzlichen Minimum liegen. Die Zukunft gehört deshalb denjenigen Arbeitgebern, welche grosszügige Pensionskassen haben und die Versicherten auch grosszügig an den Kapitalrenditen teilhaben lassen. Das kann sich auch für den Arbeitgeber auszahlen, im doppelten Sinn: Erstens hat er motiviertere Arbeitnehmer und zweitens hat er weniger Risiken in der Pensionskasse, was ihn im Vergleich längerfristig auch weniger kostet.

Dieser Artikel ist ursprünglich in Ausgabe No 110 (Juli/August 2017) der Zeitschrift BANCO erschienen.

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