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When Women Thrive

Pensionskassen

Es braucht endlich Lösungen für die berufliche Vorsorge Teilzeit-Arbeitender

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28.09.2016
Autor: André Tapernoux

Von der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG) wurde eine Studie über die Auswirkungen von Teilzeitarbeit auf die berufliche Vorsorge in Auftrag gegeben. Hintergrund ist die Tatsache, dass vor allem Frauen häufig nur teilweise erwerbstätig sind und damit von tieferen Altersleistungen betroffen sind. Die Studie zeigt, dass niedrige Arbeitspensen unter 70 Prozent bei Scheidungen zu Altersarmut führen können. Vor allem die zweite Säule hat ein langes Gedächtnis.

Die SKG empfiehlt den Pensionskassen, Daten geschlechtsspezifisch auszuweisen und regt an, dass die zu erwartenden Altersleistungen aus erster und zweiter Säule den Versicherten jährlich konsolidiert mitgeteilt werden. Im Rahmen der „Altersvorsorge 2020“ schon aufgenommen wurde die Empfehlung, Teilzeitarbeit und tiefe Einkommen besser zu schützen.

Genügen diese Massnahmen? Aus Sicht der Pensionskassen kann mehr getan werden, so lange die Neuerungen effizient, das heisst ohne spürbare Mehrkosten, umgesetzt werden können.

Ganz besonders betroffen sind Personen, welche in mehreren Teilzeitpensen arbeiten, wie dies oft beispielsweise bei Musiklehrerinnen und -lehrern der Fall ist. Sie sind bis heute oft nicht adäquat versichert.

Aus Sicht des in einem oder mehreren Teilzeitjobs arbeitenden Versicherten wäre eine unbürokratische Möglichkeit, dass der Lohn in einer Pensionskasse bis zu einem hypothetischen Hundertprozentjob versichert werden kann. Die Zusatzkosten, also die fehlenden Arbeitgeberbeiträge, müsste dann der Versicherte selbst tragen. Dies ist heute schon in diversen Pensionskassen bei einer Reduktion des Pensums kurz vor der Pensionierung möglich.

Im Gegenzug sollte für kleine Pensen ganz auf die Pensionskasse verzichtet werden können. Es wäre dann am Versicherten, für die entgangenen Arbeitgeberbeiträge eine Kompensation zu verlangen, analog zur Abgeltung von Ferien bei Stundenlöhnern. Die öffentliche Hand könnte da mit gutem Beispiel voran gehen.



Damit hätten die Teilzeitarbeitenden sogar Vorteile: Sie könnten bis zu einem gewissen Grad ihren Steuerbetrag mitbestimmen und bei mehreren Jobs die beste Pensionskasse auswählen. Es gäbe also mehr Wettbewerb. Damit wären auch die Informationspflichten gerechtfertigt, welche die SKG verlangt.

Eine etwas abgespecktere Variante wäre, allen Versicherten zu erlauben, sich jederzeit bis zu einem Betrag in die Pensionskasse einzukaufen, der beim Lohn zu hundert Prozent Erwerbstätigkeit möglich wäre.

Beide Lösungen bedingen aus Gründen der Steuergerechtigkeit, dass sich die versicherte Person auf eine Pensionskasse festlegt. Damit wird gefördert, dass das Pensionskassengeld an einem Ort konzentriert ist, was aus Kostengründen sinnvoll ist.

Fazit: Es gibt effiziente Massnahmen, mit denen in Teilzeit Arbeitende ihre Eigenverantwortung für eine genügende Altersvorsorge wahrnehmen können und die zweite Säule gestärkt werden kann. Es liegt an den Pensionskassen, den Sozialpartnern und nicht zuletzt auch am Gesetzgeber, die nötigen Grundlagen dafür zu schaffen.

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