Mercer | Digitalisierung ohne den Menschen ist nicht möglich!

Digitalisierung ohne den Menschen ist nicht möglich! | Mercer

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„Digitalisierung ohne den Menschen ist nicht möglich“
Benchmark-unabhängige Obligationenstrategien
Calendar25 Juni 2018

Interview mit Samuel Lisse, CEO der Mercer Schweiz AG

Im September 2017 hat Samuel Lisse als neuer CEO die Leitung der Mercer Schweiz AG übernommen. Welche aktuellen Trends er im HR-Management, im Pensionskassenmarkt sowie im Bereich Investments beobachtet und wie der neue holistische Beratungsansatz von Mercer aussieht, erläutert er in diesem Interview.

Herr Lisse, was sind die grossen Trends, die HR-Verantwortliche aktuell weltweit und in der Schweiz beschäftigen?

Was wir derzeit erleben, ist die vierte industrielle Revolution: Neben der rasch fortschreitenden Digitalisierung und der Entwicklung neuer Technologien vollzieht sich ein demografischer Wandel. Dabei beobachten wir folgendes: Ein Teil der Unternehmen fokussiert zu stark auf die neuen Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der Faktor Mensch bleibt auf der Strecke. Doch gerade in dieser Zeit, in der Digitalisierung, Robotik und künstliche Intelligenz traditionelle Geschäftsmodelle in Frage stellen und teilweise über den Haufen werfen, ist eine produktive, flexible und leistungsfähige Belegschaft extrem wichtig. Digitalisierung ohne den Menschen ist nicht möglich.

Vor diesem Hintergrund stehen HR-Verantwortliche momentan vor der Herausforderung, gemeinsam mit dem Top-Management die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen sich Innovation vorantreiben lässt und organisatorische sowie individuelle Kompetenzen weiterentwickelt werden können.

Wie geht Mercer mit den Herausforderungen dieser dynamischen Arbeitswelt um?

Zentraler Punkt unserer neuen Strategie rund um alle People-Themen ist der holistische Ansatz bei der Kundenberatung – einerseits durch die starke Beratungskompetenz lokaler Kundenbetreuer und andererseits durch umfassendes globales Wissen zu Trends, die aktuell und in Zukunft für Unternehmen relevant sein werden – von Compensation und Benefits über Mobility bis hin zu Talent Management. Dadurch können wir unsere Kunden nicht nur bei heutigen Aufgaben unterstützen, sondern sie auch entscheidend auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten. 

Darüber hinaus werden wir die Synergien, die sich aus der kürzlich erfolgten Akquisition des Beratungsunternehmens Promerit ergeben, auch in der Schweiz nutzen, um Organisationen aller Grössen und Branchen bei den Umwälzungen in einer immer dynamischeren Arbeitswelt zu unterstützen – sei es bei der Strategieentwicklung, der Umsetzung zukunftsgerichteter Prozesse und Massnahmen oder der Einführung geeigneter Tools und Technologien. Mit Promerit als einem führenden Beratungsunternehmen für HR-Digitalisierung sowie HR- und Business-Transformation haben wir einen tollen Partner gewonnen, mit dem wir unseren Kunden noch bessere und umfassendere Lösungsansätze zu den eben genannten Herausforderungen in einer digitalisierten Welt anbieten können. 

Werfen wir einen Blick auf das traditionelle Beratungsgeschäft von Mercer, den Pensionskassenmarkt. Wie bewerten Sie die Veränderungen, die hier zu beobachten sind und was bedeuten diese für Mercer?

Auf dem Schweizer Markt beobachten wir eine anhaltende Konsolidierung der Pensionskassen: Die Anzahl der Kassen nimmt ab und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Viele, vor allem grosse Kassen setzen verstärkt auf eigene Experten und Investment-Spezialisten, um internes Know-how sicherzustellen.

Mit dieser Entwicklung verändern sich die Anforderungen der Pensionskassen: Immer öfter geht es in der Beratung weniger darum, einzelne Arbeitsgebiete isoliert zu betrachten, sondern viel mehr um das Gesamtbild und die schnittstellenübergreifende Betrachtung. Dadurch, dass wir bei Mercer sehr breit aufgestellt sind, können wir unseren Kunden diesen holistischen Ansatz auch tatsächlich bieten. Es ist unser Anspruch, den Kunden ganzheitlich zu beraten, also nicht nur Antworten auf die gestellten Fragen zu geben, sondern auch aktiv auf wichtige Fragestellungen hinzuweisen, die der Kunde gar nicht auf dem Zettel hatte. Wir wollen mit der Breite und Tiefe unserer Kompetenz überzeugen und massgeschneiderte und innovative Lösungsansätze liefern.

 

Mercer ist auch einer der führenden Berater im Bereich Kapitalanlage. Welche Entwicklungen sind hier zu erwarten und wo liegt der Fokus von Mercer?

Richtig, wir bieten nicht nur aktuarielle Dienstleistungen an, sondern beraten Pensionskassen auch in Fragen der Finanzierung ihrer Leistungen. Der Bereich „Investment Solutions“ ist für uns einer der grossen Wachstumsmärkte – und das aus gutem Grund: Gefragt sind möglichst krisenresistente Portfolios, die eine tiefere Volatilität bei gleichbleibender Rendite-Erwartung ermöglichen. Dies kann durch aktives Managen gelingen, vor allem im Bereich der Alternativen Anlagen, also insbesondere Anlagen in Private Markets und Hedge Funds, aber auch ILS (Insurance Linked Securities). Zugleich sehen wir, dass klassische Beta-Kategorien reduziert werden – ein Trend, der im Aktienbereich schon vor einigen Jahren eingesetzt hat. Im Bereich Fixed Income nimmt die Durationsverkürzung weiter zu, ausserdem ist eine  Diversifikation von Fixed Income Portfolios zu beobachten. Hier entdecken die Anleger zunehmend Nischen, wie zum Beispiel Secured Finance und ABS/MBS (Asset Backed Securities/Mortgage Backed Securities). Generell wird der Kreditmarkt stärker bearbeitet als früher.

Was bedeutet das für den Beratungsansatz von Mercer und wie verändert sich die Rolle der Consultants?

Die zunehmende Komplexität der Anlagen und deren Verwaltung verlangen mehr Ressourcen. Als Reaktion darauf wird eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden, in der Tätigkeiten an uns outgesourct werden, immer wichtiger. Dies gibt dem Kunden mehr Zeit, sich auf strategisch entscheidenden Fragen, bei denen Mercer auch beratend wirken kann, zu konzentrieren. Darüber hinaus werden die Anfragen unserer Kunden spezifischer und verlangen detaillierte Kenntnisse in den einzelnen Bereichen. Um einen Mehrwert erzielen zu können, müssen wir zunehmend auf spezialisiertes Wissen zurückgreifen. Die Rolle des klassischen Consultants verändert sich insofern, dass er die Bedürfnisse im Idealfall besser erkennen kann, aber nur mit Hilfe der Spezialisten in der Lage ist, sie zu bedienen. Ohne die jeweiligen Experten können Anfragen nicht mehr professionell beantwortet werden. Wir haben uns bei Mercer entsprechend aufgestellt, verfügen global über Spezialisten, die unsere lokalen Consultants unterstützen, und können so optimal auf die neuen Anforderungen auf Kundenseite eingehen. Dabei zeichnet uns auch aus, dass wir das Zusammenspiel der Verpflichtungen und der Anlagen gesamtheitlich betrachten, um beide Disziplinen zu verstehen und sie in ein Verhältnis zu setzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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