“Der Krieg um die Talente ist da, aber es wird keinen Super-GAU geben”

Mercer | “Der Krieg um die Talente ist da, aber es wird keinen Super-GAU geben”

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“Der Krieg um die Talente ist da, aber es wird keinen Super-GAU geben”
Calendar29 Juli 2019

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Interview with David Osborne, Strategy & Workforce Analytics Leader – International at Mercer.

1. Woher kommt der «Run» der Unternehmen auf hochqualifizierte Talente im digitalen Bereich, insbesondere von grossen Playern in eher «klassischen» Industrien?

Wir leben in einer Zeit, in der digitale Fähigkeiten mehr und mehr benötigt werden. Die Industrie 4.0 erfordert neue und sich ständig verändernde Fähigkeiten, und diese sind immer digitaler. Daher ist der Markt heiss und viele Talente im digitalen Bereich wissen um die Engpässe innerhalb vieler lokaler Märkte. Und sie nutzen diese Nachfrage für sich aus.

2.    Wie können Unternehmen Daten nutzen – die eigenen oder Benchmarks – um in diesem Rennen um die besten Kräfte vielleicht einen Schritt voraus zu sein?

Unternehmen, die entsprechende Fachkräfte suchen, sollten Workforce Intelligence nutzen, um zu ermitteln, welche Märkte für spezifische Talente angegangen werden sollten. Anhand der richtigen Daten lässt sich die Verfügbarkeit und Nachfrage für bestimmte Rollen darstellen, basierend auf dem Standort. Dies hilft Ihnen dabei, eine Strategie zu formulieren, die Veränderungen in Angebot und Nachfrage, den Wettbewerb und andere Talentpools, z. B. bei Anwerbung aus anderen Ländern oder eine Weiterbildung der eigenen Belegschaft, berücksichtigt.

3. Unser Research zeigt eine vergleichsweise hohe Turnover-Rate bei einigen der aktuell gefragtesten digitalen Jobs. Was sind mögliche Gründe hierfür?

Diese Aussage ist regional sehr unterschiedlich. Eine hohe Turnover-Rate in Verbindung mit kurzen Beschäftigungszeiten ist ein zuverlässiger Indikator für die aktuelle Attraktivität bestimmter Märkte.


Viele digitale Talente nutzen die „Gig Economy” optimal für sich aus, z. B. indem sie ausschliesslich projektbezogen arbeiten. Das Ziel ist dabei letztendlich, in Umgebungen zu arbeiten, in denen sie an und mit den neuesten Technologien und Tools arbeiten können. Aufgrund des heissen Marktes finden sie es vergleichsweise leicht, ihre Jobs zu wechseln und können daher die Angebote und Möglichkeiten nutzen, die sie am meisten interessieren.

4. Wo können Organisationen ansetzen, um diesen Trends entgegenzuwirken und Schlüsselpositionen im Unternehmen zu halten?

Mit Blick auf die  Belegschaft im Unternehmens können Daten dabei helfen, die „gefährdeten” Top-Talente zu erkennen, was dann die Implementierung massgeschneiderter Bindungsmechanismen ermöglicht. Das könnten z. B. fortlaufende Lern- und Entwicklungsangebote sein. Andere Möglichkeiten sind Jobrotation, internationale Entsendungen und Ähnliches.

5. Wenn wir einmal vorausschauen: Wie wird sich diese Thematik vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung weiterentwickeln? Werden immer mehr Unternehmen um immer weniger verfügbare Kräfte kämpfen? Droht ein «Talent-Super-GAU?»

Diese Trends kommen in Höhen und Tiefen, wie jeder andere Trend auch. In naher Zukunft wird es ein massives Angebot an digitalen Talenten geben – die Immatrikulationsquoten an Fakultäten, die entsprechenden Nachwuchs ausbilden, waren an den Universitäten, Fachhochschulen etc. noch nie höher. Wir erwarten jedoch weiterhin Druck bei den Gehaltsniveaus.


Mit der Verschiebung in der Art, wie Belegschaften strukturiert werden, könnten Fähigkeiten im digitalen Bereich vermehrt unter verschiedenen Arbeitgebern geteilt werden, z. B. im Rahmen von Projekten, Gig-Work oder Teilzeitarbeit – digitale Talente werden für sich die Zahl und Auswahl an Beschäftigungsmöglichkeiten voll ausschöpfen.


Der Krieg um die Talente ist da, aber es wird keinen Super-GAU geben. Immer mehr Arbeitgeber werden jedoch über die Qualifizierung und Umschulung von Mitarbeitern nachdenken müssen, um Lücken zu schliessen. In fünf Jahren wird eine Reihe ganz neuer Fähigkeiten gefragt sein, und dann wird der ganze Zyklus von vorne beginnen.

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