Neue Studie: Weniger als die Hälfte aller Unternehmen verfolgt eine Strategie zur Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit

03. März 2020

Schweiz, Zürich

 

Der Mercer When Women Thrive 2020 Global Report zeigt Fortschritte bei Rekrutierung, Weiterentwicklung und Bindung von Frauen in Unternehmen

 

81 Prozent der Unternehmen weltweit sehen die Verbesserung von Diversity und Inclusion (D&I) als wichtiges Thema. Doch weniger als die Hälfte (42%) verfolgt eine klare Strategie zur Erreichung von Geschlechtergerechtigkeit. Dies sind Ergebnisse der neuen Mercer-Studie When Women Thrive 2020, basierend auf Einblicken von HR-Führungskräften und Vorständen aus 1.157 Unternehmen in 54 Ländern und sieben Regionen, die insgesamt über sieben Millionen Mitarbeitende repräsentieren. Die Befragung ist eine Neuauflage der ersten «When Women Thrive»-Studie aus dem Jahr 2016.

 

Laut Studie sind nur 40 Prozent der weltweiten Arbeitnehmerschaft weiblich, was einer kleinen Steigerung von zwei Prozent in den letzen vier Jahren entspricht. Während mittlerweile mehr Frauen in führenden Positionen repräsentiert sind, nimmt ihr Anteil mit steigender Karrierestufe stetig ab. Die Mercer-Studie zeigt, dass Frauen 47 Prozent der unterstützenden Funktionen in Unternehmen und 42 Prozent der Fachkräfte repräsentieren, während die Positionen der oberen Führungskräfte und Vorstände je zu nur 29 bzw. 23 Prozent von Frauen bekleidet werden.

 

«Die Gleichberechtigung der Geschlechter hat sich zu einer globalen Notwendigkeit entwickelt und Unternehmen ergreifen Massnahmen, um etwas zu bewirken» sagt Martine Ferland, President und Chief Executive Officer von Mercer. «Frauen sind aber noch immer mit Hürden und Herausforderungen konfrontiert. Solange auf höheren Führungsebenen noch immer deutlich weniger Frauen zu finden sind und die Möglichkeiten zur Karriereentwicklung über Industrien und Länder hinweg begrenzt bleiben, gibt es noch Einiges zu tun, bis wir wirklich von Gleichberechtigung sprechen können.»

 

Trotz der langsamen und ungleichmässigen Fortschritte gibt es jedoch auch Lichtblicke, die u. a. darauf zurückzuführen sind, dass Organisationen weltweit ein stärkeres Augenmerk auf Geschlechtergerechtigkeit legen. So zeigt die Mercer-Studie, dass die Einstellungs-, Beförderungs- und Bindungsraten für Frauen und Männer mittlerweile vergleichbar sind, eine Verbesserung seit der letzten Studie vor vier Jahren (vgl. Grafik 1).

 

Unternehmen weltweit nutzen heute diszipliniertere Methoden zur Analyse von Lohngleichheit und bei der Umsetzung von notwendigen Massnahmen. Laut Studie haben fast drei Viertel der Organisationen (72 Prozent) Teams etabliert, die sich mit Lohngleichheitsanalysen befassen, eine Steigerung von 27 Prozent. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) nutzen einen robusten, statistischen Ansatz in diesen Analysen, dies entspricht einer Steigerung von 21 Prozent.

 

Ein anderer Aspekt, der sich positiv auf Geschlechtergleichberechtigung in Unternehmen auswirkt, ist die Beteiligung der Führungskräfte. Die Studie zeigt, dass das obere Management in zwei Dritteln (66 Prozent) der Unternehmen aktiv in D&I-Initiativen und -Programmen engagiert ist, verglichen mit 57 Prozent im Jahr 2016. Auf Vorstandsebene berichten 57 Prozent der Unternehmen ein aktive Rolle der Führungskräfte (2016: 52 Prozent).

 

“Langsam aber sicher geben Unternehmen Frauen mehr Möglichkeiten, ein- und aufzusteigen» kommentiert Samuel Lisse, Partner und CEO von Mercer Schweiz. «Es ist gut zu sehen, wie sich Diversity und Inclusion weiterentwickelt von einem Lippenbekenntnis zu echten Massnahmen. Nur wenn diese Kultur der Inklusion wirklich gelebt wird, wird sich etwas verändern. Und am Ende profitieren wir alle davon, wenn gemischte und diverse Teams zur Norm werden: Es setzt ein Zeichen in der Belegschaft, es setzt ein Zeichen nach Aussen und bei Kunden, und es führt zu einer verbesserten Performance.»

 

Weitere Studienergebnisse:

  • Weniger als ein Drittel aller Unternehmen (32 Prozent) berichtet von Schwierigkeiten beim Finden (32 Prozent), Weiterenwickeln (32 Prozent) und Binden (20 Prozent) von Frauen.
  • Die Hälfte der befragten Organisationen (50 Prozent) beschäftigt keine Mitarbeiter, die sich ausschliesslich mit D&I auseinandersetzen.
  • Nur 64 Prozent der Unternehmen weltweit erfassen die Geschlechterverteilung in der Belegschaft und noch weniger analysieren Anstellungen, Beförderungen und Abgänge nach Geschlecht.
  • Nur 25 Prozent der Unternehmen weltweit befassen sich mit geschlechtsspezifischen gesundheitlichen Bedürfnissen, während lediglich 9 Prozent das geschlechtsspezifische finanzielle bzw. wirtschaftliche Wohlbefinden berücksichtigen.
 

«Kein Vorstand will Entscheidungen treffen, die nicht auf soliden Daten und Analysen fussen. Umso erschreckender ist es, zu sehen, dass viele Unternehmen noch immer keine grundlegenden Daten zu geschlechtsspezifischen Fragestellungen in der Belegschaft erheben und analysieren» so Lisse. «Themen wie Einstellungen, Beförderungen, Gehalt oder Talententwicklung müssen in den Unternehmen weiter professionalisiert und auf eine solide Datenbasis gestellt werden. Damit können Ungleichheiten identifiziert und entsprechend addressiert werden.»

 

Der Mercer When Women Thrive 2020 Global Report ist die führende Studie ihrer Art und bringt Einblicke von HR-Führungskräften und Vorständen aus 1.157 Unternehmen in 54 Ländern und sieben Regionen zusammen, die insgesamt über sieben Millionen Mitarbeitende repräsentieren. Die Studie betrachtet Richtlinien und Praktiken in den Bereichen Diversity, Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit, inklusive Fragestellungen in Bezug auf die Übernahme von Verantwortung, das Engagement von Führungskräften, Lohngleichheit, Karriereentwicklung, Gesundheit und finanzielles Wohlbefinden. Sie können den vollständigen Studienreport hier herunterladen.

 

Grafik 1: Labor Market Talent Flows

 


Quelle: Mercer’s When Women Thrive 2020 Global Report

 

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